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| Wanaka |
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| Strand von Wanaka |
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| Alan und Amber |
Von da an blieb die Fahrt unspektakulär – bis auf die Landschaft, die war wunderschön! Die holprige Straße führte in ein Tal, das von von schneebedeckten Bergen umschlossen war. Rechts und links neben uns erstreckten sich weite Ebenen auf denen Schafe friedlich weideten und mit der Sonne im Rücken und den Bergen vor uns fuhren wir erwartungsfroh auf dem letzten Stück zum Rasperry Creek Carpark.
Meine zwei Backpacker verabschiedeten sich und zogen los zur Aspiring Hut, von wo aus sie weiter in den Nationalpark hinein wandern wollten und ich machte mich daran, meine Flipflops gegen die Wanderschuhe zu tauschen. Schon nach 100 Metern merkte ich aber, dass ich auf gar keinen Fall in meinen Wanderschuhen laufen konnte und zog wieder die Flipflops an. Gut gelaunt bei traumhaftem Sonnenscheinwetter und gut 25 Grad machte ich mich in Flipflops auf den Weg zum Rob Roy Gletscher. Der Weg war wenig anstrengend und nur 1,5 Stunden lang. Gegen 14 Uhr erreichte ich den Ort, an dem sich die meisten Wanderer einen großen Stein suchten, ihr Mittag auspackten und sich danach eine halbe Stunde ins Gras legten. Mir war das zu langweilig und nach meinem Mittag, bestehend aus zwei Müsliriegeln und einem Pfirsich, beschloss ich, dem kleinen versteckten Pfad nachzugehen und zu sehen, wo der denn hinführen mag. Er wand sich über hohe Grasebenen, durch zwei Flüsse und wurde immer steiler und unwegsamer. Schnell tauschte ich die Flipflops gegen meine Wanderschuhe, denn oft musste ich rutschige Hänge hinauf oder herunter klettern oder mich durch dorniges Gebüsch schlagen. Wanderer kamen mir hier keine entgegen. Nach einer guten dreiviertel Stunde erreichte ich den Gletscher selbst, der in der heißen Sonne knackte und krachte und immer wieder einige Lawinen abließ. ich blieb nur kurz, befand es für zu gefährlich, mich an einem so heißen Nachmittag so nah am Gletscher aufzuhalten und ging wieder zurück.
Der Ausflug in die abenteuerliche Einsamkeit war aber wunderschön und nachdem ich die Wanderschuhe wieder gegen Flipflops getauscht hatte, wanderte ich zufrieden zurück zum Rasperry Creek Carpark, wo Sunny auf mich wartete. Die Schotterstraße fuhr sich nach soviel Erfahrung sehr viel besser und wir meisterten alle Wasserfurten ohne Probleme. Nach einer guten Stunde erreichte ich wieder feste Asphaltstraße und Sunny und ich fuhren in den Sonnenuntergang zurück nach Wanaka, wo Amber und Alan schon auf mich warteten. Wir hatten uns zum Pizzabacken verabredet. Kaum hatten Sunny und ich wieder festen Asphalt unter den Rädern, tauchte hinter einer langen Kurve plötzlich ein Radfahrer am Straßenrand auf. Sein Rad stand umgedreht auf Lenker und Sattel und er suchte offensichtlich mit seinem Telefon nach Empfang. Ich hielt an und fragte, ob er Hilfe brauchte und er sagte ganz erleichtert, dass er durchaus Hilfe gebrauchen könnte und ob ich eine Luftpumpe im Auto hätte, sein Flickzeug funktioniere nicht und er habe keinen Empfang, um einen Freund anzurufen. Ich hatte keine Luftpumpe im Auto, habe ihn und sein Fahrrad aber letztendlich einfach mitgenommen. Er wohnte in der Nähe von Wanaka und ich hatte die Rückbank ja wieder frei. Auch auf dem Rückweg hatte ich also wieder Gesellschaft und als ich ihn fragte, ob er gebürtig aus Neuseeland komme, meinte er, nein, er sei eigentlich Brasilianer. Auf Portugiesisch fragte ich ihn dann, ob er also portugiesische spreche und ganz überrascht antwortete er auf portugiesisch, dass er schon lange kein Portugiesisch mehr gesprochen habe, aber sich sehr freue, jemanden gefunden zu haben, mit dem rein paar Worte in seiner Muttersprache sprechen kann. Und so unterhielten wir uns noch eine ganze Weile auf portugiesisch und ich hatte Spaß daran, in Neuseeland portugiesisch zu sprechen. 🙂 Ich fuhr ihn nach Hause und er lud mich noch auf ein Bier ein und so wurde es viel zu spät, als ich um acht Uhr abends merkte, dass Amber und Alan bestimmt schon lange warteten. Schnell verabschiedete ich mich und fuhr zurück ins Hostel. Die beiden waren schon ganz aufgeregt. Sie hatten sich Sorgen gemacht und waren froh, dass ich gesund zurück war. Das Gute daran – die Pizza war fertig als ich kam und sie schmeckte lecker!!! 🙂
Fotos findet ihr hier:






