Melbourne

Jetzt sitze ich am Flughafen in Melbourne und bin auf dem Weg nach Queenstown, Neuseeland. Die letzte Woche habe ich noch in Melbourne verbracht und die Zeit mit den Freunden und ihren zwei Kindern genossen. Wir haben den Geburtstag von Rafael gefeiert. Fünf Jahre ist er geworden und  wie er es sich gewünscht hat, habe ich ihm einen Fussballkuchen gebacken. Er hat sich riesig gefreut. – Und ich mich auch. 🙂
vorher…
…nachher! 🙂

Nach dem Geburtstagspicknick haben wir eine Paddeltour zu einem kleinen Café gemacht und dabei sind wir durch eine riesige Fledermaus-Kolonie gefahren. Noch nie habe ich so viele Fledermäuse so nah und so groß am helllichten Tag gesehen. Es muss eine besondere Art von Fledermäusen sein. Es war ein wundervoller Tag, die Sonne schien vom Morgen bis um Abend und das Thermometer zeigte ca. 30 Grad.

Sonntag fuhren wir in den Zoo und danach in eine Schokoladenfabrik – sehr lecker! 😉
Im Zoo gab es Tansanische Teufel und Koala Bären… und Enten! 😀

Unseren letzten Montag verbrachten wir zu dritt. Rafael musste in die Schule und morgens gab es noch eine „morning assembly“ – einen Morgenappell. Alle Eltern waren eingeladen und da sind wir natürlich hingegangen. Die neuen Schüler wurden begrüßt und alle sangen ein Lied „school is awesome“ – „Schule ist toll“. Vorher fragte die Direktorin alle versammelten Schüler, was Integrität ist, Einige meldeten sich. Integrität sei Ehrlichkeit. Es bedeute, dass man das Eigentum anderer respektiere. Ich war beeindruckt und zugleich etwas verstört. Fünfjährige sollen Integrität erklären? Es sind die Grundwerte, die in dieser Schule zur „Corporate Identity“ gehören – zu den Werten, mit denen sich die Kinder für immer identifizieren sollen. Integrität, Ehrlichkeit und Lernen. Für mich war das alles eigenartig – zu sehr hat es mich an meine Grundschulzeiten in der DDR erinnert, an all die Morgenappelle und die sozialen Grundwerte, die wir herauf und herunterbeten können mussten. Im Grunde ist nichts schlechtes an Grundwerten zu finden, dennoch empfinde ich Unbehagen und Ablehnung bei solchen Appellen. Den Freunden ging es ähnlich. Wir alle wussten nicht, was wir davon halten sollten und jeder hat sich noch einige Zeit seine eigenen Gedanken gemacht. 
Morning Assembly – Who knows what integrity is?
Nachmittags waren wir spazieren und in einem wundervollen Konvent Mittagessen. Die Menschen in diesem Konvent kümmern sich um die Kultur der Aborigines und um die Minderheit der Aborigines selbst. Noch immer ist dieses Kapitel in der Geschichte Australiens ein schwarzes. Was nach außen als Fortschritt getragen wird, ist tatsächlich lange nicht dort, wo es sein sollte. Die Kultur der Maori ist 60.000 Jahre alt und sie wird die nächsten 100 Jahre vielleicht nicht überleben. Keinen einzigen Maori habe ich auf der Straße gesehen, in „normalen“ Jobs findet man sie nicht. Sie leben in ihrem eigenen Land immer noch ausgeschlossen von der Gesellschaft, nicht anerkannt und ohne Chance, ihre Kultur zu leben. Es stimmt traurig zu sehen, was Kolonialismus mit einer firedlichen Kultur macht, wie wir Menschen uns verbreiten und zerstören – überall auf dieser Welt. 
Nun ist Dienstag und anderteinhalb Wochen in Melbourne sind verflogen wie nichts. Endlich breche ich auf zu meinem eigentlichen Ziel – Neuseeland. Gleich am 25. und 26.02. werde ich den ersten Great Walk machen – den Kepler Track und im Anschluss den Routeburn Track. Es wird anstrengend und vielleicht auch etwas ungemütlich, denn ich habe nur ein 25 Dollar Zelt dabei und das wird dem neuseeländischen Wetter kaum standhalten. Aber ich war einfach nicht bereit, 300 Dollar für ein Zelt auszugeben, dass ich dann nicht weiter mitnehme. Also drückt mir alle Daumen und Zehen, dass das Wetter hält und es so wenig wie möglich regnet. In Neuseeland werde ich 12 Stunden Zeitunterschied zu Deutschland haben. 
So – mein Flieger geht. Auf nach Neuseeland, Folks!!! 🙂

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